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Präsentation halten: Aufbau, Haltung und die 7 häufigsten Fehler

Folien fertig, Zahlen korrekt, und trotzdem kommt es nicht an? Ob eine Präsentation trägt, liegt zum großen Teil an Entscheidungen, die du vor dem Auftritt triffst. Der Überblick: Vorbereitung, Aufbau, Haltung, Zwischenfragen und die sieben Fehler, die am meisten kosten.

Präsentation halten: Aufbau, Haltung und die 7 häufigsten Fehler
Auf einen Blick

Eine Präsentation halten beginnt lange vor dem ersten Satz. Kläre zuerst Thema, Zielgruppe und Botschaft, baue dann Einstieg, drei Hauptpunkte und Schluss, und geh mit einer bewusst gewählten Absicht in den Raum. Sprich frei mit Stichworten, statt abzulesen oder auswendig zu lernen, und leg dir vorher zurecht, wie du mit Zwischenfragen und Technikpannen umgehst. Von den sieben häufigsten Fehlern suchst du dir höchstens drei aus, an denen du beim nächsten Mal arbeitest.

3 Klärungenvor der ersten Folie: Thema, Zielgruppe, Botschaft
3 Hauptpunktepassen ins Arbeitsgedächtnis, sieben nicht
7 Fehlerdavon höchstens drei auf einmal angehen

Die Folien sind fertig, die Zahlen stimmen, der Termin steht. Und trotzdem ist da das Gefühl, dass es vorne anders laufen wird als am Schreibtisch. Fachlich gut, aber ich bringe es nicht rüber: Mit diesem Satz beginnen viele unserer Erstgespräche. Meist liegt es nicht an einer einzelnen Technik, sondern an ein paar Entscheidungen, die vor dem Auftritt niemand getroffen hat.

So beschreiben es Führungskräfte in unseren Erstgesprächen
  • Ab zehn Leuten wird es schwer.
  • Zu Hause klappt es, vorne ist es weg.
  • Ich rede zu schnell.

Hinter jeder Präsentation steht ein stiller Handel. Du bringst etwas mit: Daten, einen Vorschlag, eine Grundlage für eine Entscheidung. Dein Publikum bezahlt dafür mit Aufmerksamkeit, und die ist knapp. Dieser Überblick zeigt, was es braucht, damit sich das Zuhören lohnt, und verweist auf die Artikel, in denen wir einzelne Teile vertiefen.

Was musst du klären, bevor du eine Präsentation hältst?

Kurz gesagt: Thema, Zielgruppe und Botschaft: Formuliere das Thema als genaue Frage, kläre, was dein Publikum schon weiß und erwartet, und fasse in einem Satz zusammen, was hängen bleiben soll. Dazu gehört der Wunsch an die Zuhörenden, also was sie danach tun, entscheiden oder lassen sollen. Erst dann ist die Präsentation reif für Folien.

Drei Klärungen, noch bevor du die erste Folie öffnest.

Das Thema fällt fast immer kleiner aus, als die Einladung vermuten lässt. Dort heißt es vielleicht „Fuhrpark“. Deine Präsentation beantwortet aber eine viel genauere Frage: Wie kommen unsere Fahrzeuge bis 2028 mit einem Viertel weniger Diesel aus? Je präziser die Frage, desto leichter findest du die Antworten.

Die Zielgruppe bestimmt Sprache, Tiefe und Beispiele, mehr dazu weiter unten.

Die Botschaft fasst in einem Satz zusammen, was im Kopf bleiben soll. Kläre dabei, ob du informieren oder überzeugen willst. Die Rhetorik versteht die Rede seit Aristoteles als Werkzeug, um andere zu überzeugen, und das passt auch zum Büroalltag: Hinter fast jeder Präsentation steckt ein Wunsch an die Zuhörenden, ob er ausgesprochen wird oder nicht. Formuliere diesen Wunsch zuerst. Er ist der Maßstab für jede Folie.

Vorlage

Vor der ersten Folie

  • Thema: Welche Frage beantworte ich genau?
  • Zielgruppe: Was wissen die Leute schon, und was erwarten sie?
  • Botschaft: Welcher Satz soll hängen bleiben?
  • Ziel: Was sollen sie danach tun, entscheiden oder lassen?
Vier Zeilen. Bleibt eine leer, ist die Präsentation noch nicht reif für Folien.

Welche Grundstruktur trägt eine Präsentation?

Drei Teile: ein Einstieg, ein Hauptteil mit drei Punkten, ein Schluss. Selbstverständlich, sollte man meinen. In der Praxis fehlt trotzdem oft einer davon, meist der Schluss, häufig auch der Einstieg, weil direkt mit der ersten Inhaltsfolie gestartet wird.

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Die Grundform jeder Präsentation

  1. Einstiegein Grund zuzuhören, dann das Thema
  2. Drei Hauptpunkteje mit Beispiel und Übergang
  3. SchlussKurzfassung, Einschätzung, Appell
  4. Fragerundedanach der Appell noch einmal

Warum drei Punkte? Nelson Cowan fasste 2001 die Forschung dazu zusammen, wie viel wir parallel im Kopf behalten können: rund vier Einheiten. Welche drei Punkte es sind, hängt vom Anlass ab, etwa drei Informationen beim Update, drei Vorteile beim Pitch oder Was, Warum und Wie bei einer Einschulung. Wie du diese Struktur in wenigen Minuten baust, zeigt der Artikel Präsentation aufbauen.

Vom Einstieg erwartest du nur eines: einen Grund zum Zuhören, bevor die Fakten kommen. Sechs Wege dafür, mit Beispielsätzen, findest du unter Präsentation beginnen. Sprichst du vor Geschäftsleitung oder Vorstand, gilt eine eigene Reihenfolge: Dort steht deine Aussage ganz vorne. Den Grund dafür erklärt Präsentation vor der Geschäftsleitung.

Was braucht dein Publikum von dir?

Kurz gesagt: Eine Sprache, die es versteht, und Inhalte, die zu seiner Erwartung an den Termin passen. Übersetze jede Abkürzung und Kennzahl in einem halben Satz und richte Tiefe und Beispiele danach, wer im Raum sitzt: Die Geschäftsführung will Problem und Kosten hören, das Team jeden Klick sehen. Greifbar wird jeder Punkt durch Beispiele.

Zwei Fragen helfen. Was weiß es schon, und was muss es wissen, um dir zu folgen? Und was erwartet es von diesem Termin? Die zweite Frage wird oft vergessen.

Beim Vorwissen ist das Tückische, dass dir deine eigenen Fachwörter nicht auffallen. Was du täglich sagst, klingt für dich nach Alltagssprache. Bitte eine Kollegin aus einem anderen Bereich, beim Probedurchlauf jedes Wort zu notieren, das sie nicht kennt. Jede Abkürzung und jede Kennzahl bekommt dann einen halben Satz Erklärung.

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Fachsprache übersetzen

Du sagstDer Raum versteht
„Die OEE liegt bei 61 Prozent.“„Von zehn möglichen Produktionsstunden nutzen wir gut sechs.“
„Die Churn-Rate ist gestiegen.“„Von hundert Kund:innen kündigen jetzt sechs statt vier.“
„Wir migrieren ins neue ERP.“„Wir ziehen auf ein System um, in dem Aufträge, Lager und Rechnungen zusammenlaufen.“
„Der Payback liegt bei 18 Monaten.“„Nach anderthalb Jahren hat sich die Anlage bezahlt gemacht.“
Beispielsätze. Fachbegriffe dürfen bleiben, wenn du sie einmal übersetzt.

Bei der Erwartung entscheidet der Raum, nicht das Thema. Die Geschäftsführung fragt, welches Problem gelöst wird und was es kostet. Das Team, das ab Montag mit dem neuen Tool arbeiten soll, will jeden Klick sehen. Wer beiden Gruppen dieselben Folien zeigt, langweilt die eine und überfordert die andere.

Greifbar wird jeder Punkt durch Beispiele. Sie dürfen ausgedacht sein, solange du das sagst: „Nehmen wir an, eine neue Kollegin sucht am ersten Tag die aktuelle Preisliste und findet drei verschiedene.“ Echte Fälle sind noch besser, aber ein ehrlich angekündigtes, erfundenes Beispiel schlägt jede abstrakte Erklärung.

Welche Haltung hilft dir vorne?

Kurz gesagt: Eine klare Absicht statt eines vagen Vorsatzes. Ein Satz wie „Heute geht jeder mit einem klaren nächsten Schritt raus“ gibt dir eine Richtung und lenkt den Blick von deinem Auftritt auf die Wirkung beim Publikum. Kurz vor dem Start hilft zusätzlich ein Anker für den Körper, etwa „Füße, Atem, Blick“.

Diese Frage entscheidet oft mehr als jede Folie, und trotzdem stellt sie sich kaum jemand. Gemeint ist die Absicht, mit der du den Raum betrittst. Die gute Nachricht: Du kannst sie wählen.

Typisch ist ein vager Vorsatz: „Wird schon irgendwie gehen.“ Damit bist du Gast in deiner eigenen Präsentation. Du wartest ab, wie der Raum reagiert, und richtest dich danach. Verständlich ist das, denn wer sich nichts vornimmt, kann auch nichts verfehlen. Wirksamer ist ein Satz, der dir eine Richtung gibt.

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Vom vagen Vorsatz zur Absicht

StattBesser
„Mal sehen, wie es heute läuft.“„Heute geht jeder mit einem klaren nächsten Schritt raus.“
„Hoffentlich fragt keiner nach den Kosten.“„Wenn jemand nach den Kosten fragt, habe ich die Zahl parat.“
„Ich darf mir keinen Fehler erlauben.“„Ich will, dass das Team den Plan versteht.“
„Ich will es nur hinter mich bringen.“„Hinterher sollen alle sagen: Jetzt ist es klar.“
Eine Absicht lenkt den Blick vom eigenen Auftritt auf die Wirkung beim Publikum.

Wer weiß, wohin er will, steht anders, spricht anders und hört genauer hin, wenn eine Frage kommt. Viele unserer Klient:innen sind übrigens gar nicht schüchtern. Bei ihnen ist es keine Angst, sondern eine Nervosität, die bremst, sobald mehr als zehn Leute im Raum sitzen. Gerade dann hilft eine Absicht, weil sie den Fokus von dir weg auf dein Publikum lenkt.

Kurz bevor es losgeht, hilft ein Anker für den Körper: drei Wörter, die du dir innerlich sagst, zum Beispiel „Füße, Atem, Blick“. Beide Füße fest am Boden, einmal ruhig ausatmen, ein freundliches Gesicht im Raum suchen.

Wie früh deine Wirkung einsetzt, zeigt eine bekannte Studie zum ersten Eindruck. Die Psychologin Nalini Ambady legte 1993 gemeinsam mit Robert Rosenthal Beobachtern stumme Videoausschnitte von Lehrenden vor, kürzer als eine halbe Minute. Deren Urteil sagte recht gut voraus, wie Studierende dieselben Lehrenden am Semesterende bewerteten. Ein Teil deiner Wirkung entsteht also, bevor du beim ersten Hauptpunkt bist.

Ablesen, auswendig lernen oder frei sprechen?

Frei, mit Stichworten. Ablesen und Auswendiglernen haben dasselbe Problem: Sie binden deine Aufmerksamkeit an einen Text statt an dein Publikum.

Ablesen hat zwei Folgen. Die Stimme wird gleichförmig, weil du Sätze wiedergibst, statt sie zu denken. Und wenn du die Stelle verlierst, gibt es keinen Plan B, denn der Plan war das Blatt. Auswendiglernen verschiebt das Problem nur: Statt auf das Papier schaust du innerlich auf den Text. Fällt dir ein Satz nicht ein, steht alles still, und genau dann ist der Kopf leer. Stichworte sind auch die Antwort auf einen Wunsch, den wir oft hören: „Ich will weniger vorbereiten und trotzdem souverän sein.“

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Wohin deine Aufmerksamkeit geht

Ablesen
Text auf dem BlattPublikum
Auswendig
Text im KopfPublikum
Stichworte
StichwortPublikum
Schematisch. Mit Stichworten bleibt der größte Teil deiner Aufmerksamkeit beim Raum.

Versprichst du dich, korrigierst du kurz, falls nötig, und machst weiter. Auffällig wird ein Versprecher erst, wenn du dich dafür entschuldigst. Musst du ausnahmsweise ablesen, etwa bei einer Erklärung, die die Rechtsabteilung freigegeben hat, dann bewusst: kurze Sätze, gesprochene Sprache statt Amtsdeutsch, große Schrift und mehrmals laut geprobt, damit du oft hochschauen kannst.

Dazu kommt das Tempo. Nervosität drückt aufs Gas. Bau dir deshalb Pausen ein, zum Beispiel nach jeder Kernaussage und vor jeder wichtigen Zahl. Eine Pause fühlt sich für dich lang an und wirkt auf den Raum wie Ruhe.

Was tust du, wenn jemand dazwischenfragt?

Kurz gesagt: Du bringst deinen Gedanken zu Ende, würdigst die Frage mit einem Satz, antwortest kurz und konkret und kehrst dann ausdrücklich zu deinem Punkt zurück. Weißt du die Antwort nicht, sag es und nenn einen Termin. So behältst du die Steuerung, und gerade der letzte Schritt, die Rückkehr zum Faden, fehlt am häufigsten.

An keiner Stelle kippen Präsentationen so oft wie hier. Eine Hand geht hoch, du unterbrichst dich mitten im Gedanken, antwortest ausweichend und suchst danach den Faden. Plötzlich stehst du in der Defensive.

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Eine Zwischenfrage in vier Zügen

  1. Abschließen„Einen Satz noch, dann zu Ihnen.“den Gedanken zu Ende bringen
  2. Würdigen„Die Frage habe ich erwartet.“ein Atemzug Zeit zum Sortieren
  3. Antwortenkurz und konkretoder einen Termin für die Antwort nennen
  4. Zurückkehren„Damit zurück zu Punkt zwei.“der Faden ist wieder da

Wirst du mitten im Satz unterbrochen, musst du nicht sofort springen. Bitte um einen Moment und hol dir ein kurzes Okay: „Darf ich diesen Gedanken noch abschließen? Dann gehört die Frage Ihnen.“ Das ist höflich, und der Raum sieht, dass du die Präsentation steuerst.

Die Antwort beginnt mit einem Satz, der die Frage anerkennt. So gewinnst du einen Atemzug Zeit, ohne dass es nach Zögern aussieht. Weißt du die Antwort nicht, sag es und nenn einen Termin: „Das prüfe ich und schicke Ihnen die Zahl bis Freitag.“ Danach kehrst du ausdrücklich zu deinem Punkt zurück. Dieser letzte Zug fehlt am häufigsten.

Wie viel Interaktion ist sinnvoll?

So viel, wie sie trägt. Interaktion weckt auf und zeigt dir, wo dein Publikum steht. Sie kostet aber Zeit, ein Stück Kontrolle und kann in eine Diskussion abbiegen, die du nicht geplant hast.

  • Kurzer Pitch: keine Interaktion, die wenigen Minuten gehören dir.
  • Im Raum: ein bis zwei Momente, etwa eine Handzeichen-Frage zu Beginn und eine Frage vor dem Schluss.
  • Online: mehr, etwa einmal pro Hauptpunkt, weil dir die Rückmeldung aus dem Raum fehlt.
  • Workshop: Hier ist Interaktion der Kern, nicht die Ergänzung.

Bei hybriden Formaten wie der Townhall mit 150 Leuten vor Ort und 150 online sprichst du die Gruppe am Bildschirm ausdrücklich mit an, sonst werden es zwei Veranstaltungen.

Was tust du, wenn die Technik ausfällt?

Kurz gesagt: Benenne die Panne offen in einem Satz, statt sie zu überspielen, und nutze die Zeit, etwa für deine wichtigste Aussage oder eine Frage ans Publikum. Tut sich nach ungefähr einer Minute nichts, präsentierst du ohne Technik. Vorbeugen kannst du mit einem Plan B: Datei doppelt, wichtige Folien auf Papier, Technik rechtzeitig getestet.

Ein Laptop, der den Beamer nicht findet, ein Mikrofon, das pfeift: Pannen passieren. Das Publikum bemerkt sie im selben Moment wie du, also bringt Überspielen nichts. Benenne die Panne in einem Satz und nutze die gewonnene Zeit, zum Beispiel für deine wichtigste Aussage: „Während die Technik hochfährt, schon mal das Ergebnis vorweg.“ Auch eine Frage ans Publikum überbrückt gut. Tut sich nach ungefähr einer Minute nichts, präsentierst du ohne.

Plan B in der Tasche

Die Datei liegt doppelt vor, lokal und online. Die Folien mit den wichtigsten Zahlen hast du auf Papier dabei. Deine drei Punkte kannst du ohne Hilfe aufsagen. Und Beamer, Ton und Klicker hast du ausprobiert, solange noch Zeit war, etwas zu ändern.

Wie sieht ein Schluss aus, der nachwirkt?

Nicht mit „Danke für Ihre Aufmerksamkeit“ und nicht mit einer neuen Information. Am Ende stehen drei Dinge: eine kurze Wiederholung deiner Punkte, dein persönliches Urteil und die Aufforderung, was jetzt geschehen soll. Folgt eine Fragerunde, lädst du ausdrücklich dazu ein und holst nach der letzten Frage deine Aufforderung zurück. Wie du das formulierst, liest du in Präsentation beenden.

Wie viel gehört auf eine Folie?

Weniger, als du denkst. Folien unterstützen dich, sie ersetzen dich nicht.

  • Aussagen statt Themen. Jede Überschrift ist ein ganzer Satz, der sagt, was die Folie zeigt. Auch die Titelfolie nennt ein Ergebnis statt nur ein Thema.
  • Wenig auf einmal. Kurze Sätze, Bilder, viel Weißraum. Punkte blendest du nacheinander ein, damit niemand vorausliest.
  • Die Botschaft markieren. Im Diagramm ist die eine Linie oder Zahl farbig, auf die es ankommt, alles andere grau. Ohne Markierung schaut jeder auf eine andere Stelle.
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Wird gelesen
Folie 7Umsatzentwicklung nach Regionen und Quartalen 2024 bis 202614 Datenreihen · 6 Aufzählungspunkte · Quelle: Controlling
Wird verstanden
Folie 7Die Region Süd trägt unser Wachstumeine Linie hervorgehoben · Rest grau
Gleiche Daten, andere Folie: Die Überschrift sagt, was das Diagramm zeigt.

Der wichtigste Grund für schlanke Folien kommt aus der Lernforschung. Richard Mayer beschreibt in seinem Buch über multimediales Lernen den Redundanzeffekt: Wer denselben Text gleichzeitig hört und auf der Folie liest, lernt schlechter als jemand, der gesprochene Worte und ein Bild bekommt. Was du nur mündlich sagst, etwa die Begründung oder den nächsten Schritt, geht dann unter.

Bei deinem wichtigsten Satz steht deshalb nur die Aussage auf der Folie, oder ein Bild. Und wenn du gerade gar keine Folie brauchst, drück in der PowerPoint-Bildschirmpräsentation die Taste B. Der Bildschirm wird schwarz, und alle schauen auf dich.

Welche 7 Fehler beim Halten einer Präsentation kosten am meisten?

  1. Ein Anfang ohne Grund zuzuhören. „Mein heutiges Thema ist …“ verschenkt die wachsten Sekunden. Beginne mit einer Hook.
  2. Der Dank für die Aufmerksamkeit. Er macht dich am Ende kleiner, als du bist. Beende die Präsentation mit dem Appell.
  3. Kein roter Faden. Die Punkte stehen nebeneinander, statt aufeinander aufzubauen. Abhilfe: die Überleitungen vorher ausformulieren.
  4. Mehrere Botschaften. Wer alles unterbringen will, bringt nichts durch. Eine Botschaft, drei Punkte.
  5. Fehlender Blickkontakt. Der Blick zur Leinwand oder auf den Laptop kostet Verbindung. Leg dir ein Tablet oder einen Ausdruck vor dich, dann bleibt dein Gesicht beim Publikum.
  6. Eine monotone Stimme. Viele, die oft präsentieren, haben nie an ihrer Stimme gearbeitet. Betonung, Tempo und Pausen lassen sich trainieren.
  7. Überladene Folien. Volle Folien werden gelesen statt gehört. Eine Aussage pro Folie.

Und dann: auswählen. Such dir die ein bis drei Fehler aus, die bei dir am meisten kosten, und arbeite nur an denen. Sieben Baustellen gleichzeitig führen dazu, dass du vorne an dich denkst statt an den Raum.

Deine Checkliste vor dem nächsten Auftritt

  • Thema als konkrete Frage formuliert
  • Zielgruppe geklärt: Vorwissen und Erwartung
  • Botschaft in einem Satz, Ziel festgelegt
  • Einstieg mit Hook, drei Hauptpunkte, Schluss mit Appell
  • Fachwörter und Kennzahlen übersetzt
  • Absicht für den Termin in einem Satz, Körperanker für den Start
  • Stichworte statt Skript, Pausen eingeplant
  • Zwischenfragen: abschließen, würdigen, antworten, zurückkehren
  • Plan B für die Technik
  • Höchstens drei der sieben Fehler als Übungsfokus gewählt
★★★★★Bewertung auf Trustpilot
„Genau das wollte ich für meine Präsentationen: Souveränität, Klarheit und Leichtigkeit. Ohne nervöses Durchatmen vorher.“
Thu Hahne · alle Bewertungen ansehen
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Häufige Fragen

Wie halte ich eine gute Präsentation?
Kläre vorher Thema, Zielgruppe und Botschaft, baue Einstieg, drei Hauptpunkte und Schluss und geh mit einer klaren Absicht in den Raum. Sprich frei mit Stichworten, bring bei Zwischenfragen erst deinen Gedanken zu Ende und schließe mit einem Appell statt mit einem Dank.
Ist es besser, eine Präsentation abzulesen oder auswendig zu lernen?
Weder noch. Ablesen macht die Stimme gleichförmig, und Auswendiglernen bricht zusammen, sobald ein Satz fehlt. Am besten sprichst du frei mit Stichworten und schreibst nur Einstieg und Schluss vollständig aus.
Wie reagiere ich auf Zwischenfragen während einer Präsentation?
Schließ deinen Gedanken mit einer kurzen Bitte um einen Moment ab, würdige dann die Frage und antworte knapp. Kennst du die Antwort nicht, nenn einen Termin dafür. Danach kehrst du ausdrücklich zu deinem Punkt zurück.
Warum sollte eine Präsentation drei Hauptpunkte haben?
Weil wir im Arbeitsgedächtnis nur rund vier Einheiten parallel behalten und drei Punkte deshalb gut hängen bleiben. Was darüber hinausgeht, gehört in den Anhang, ins Handout oder in die Fragerunde.
Wie viel Interaktion passt in eine Präsentation?
Im Raum reichen ein bis zwei interaktive Momente, online eher einer pro Hauptpunkt. Bei einem kurzen Pitch verzichtest du darauf, im Workshop ist Interaktion der Kern. Bedenke, dass sie Zeit und etwas Kontrolle kostet.
Was sind die häufigsten Fehler beim Präsentieren?
Ein Anfang ohne Grund zuzuhören, der Dank für die Aufmerksamkeit, fehlender roter Faden, mehrere Botschaften, wenig Blickkontakt, eine monotone Stimme und überladene Folien. Nimm dir davon höchstens drei auf einmal vor.

Quellen

  1. Aristoteles. Rhetorik. Buch I. Deutsche Ausgabe etwa bei Reclam.
  2. Cowan, N. (2001). The magical number 4 in short-term memory: A reconsideration of mental storage capacity. Behavioral and Brain Sciences.
  3. Ambady, N. & Rosenthal, R. (1993). Half a minute: Predicting teacher evaluations from thin slices of nonverbal behavior and physical attractiveness. Journal of Personality and Social Psychology.
  4. Mayer, R. E. (2009). Multimedia Learning (2. Auflage). Cambridge University Press.
Rudolf Wald
Über den Autor: Rudolf WaldGründer von Wald & Zwickl Rhetorik · Rhetorik-Coach

Rudolf hatte als Schüler selbst Angst vor Referaten: gut vorbereitet und trotzdem blockiert. Er hat diese Blockade gelöst, einen der größten Rhetorikclubs Österreichs gegründet und mit Nicolas Zwickl die 4S-Rhetorik-Methode™ entwickelt. Mit 15 Coaches hat das Team über 1.500 Führungskräfte, Unternehmer:innen und Selbstständige trainiert. Im Podcast „Rhetorik mit Rudolf Wald“ spricht er jede Woche über sicheres Sprechen.